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Die Welt der Stille

"Die Welt der Stille", so hat Tauchpionier Jacques Cousteau einen seiner frühen Unterwasser-Dokumentarfilme genannt. Dabei ist es im Meer überhaupt nicht still, auch nicht unter Wasser: Es knackt und blubbert und brummt, und als Taucher weiß man in den wenigsten Fällen, wer der Verursacher dieses Lärms ist.

Ganz anders in der Lippe: Wer sich am Grund der Lippe aufhält, von der Strömung umspült, der hört wirklich nichts. Ein Fluss unter Wasser, das ist wirklich eine "Welt der Stille".

Aber trotzdem voller Leben: In den vergangenen Wochen haben wir zwischen Lippstadt und Wesel verschiedene Tauchgänge unternommen, die zum Teil richtige Abenteuer wurden: Wir sind einem Fischreichtum begegnet, den wir nicht für möglich gehalten hätten. Selbst Peter Ferlemann, der schon oft in den Tiefen der Lippe unterwegs war, zeigte sich begeistert.

Die beeindruckendsten Begegnungen waren natürlich die mit den dicksten Brocken: Wir haben Welse gesehen, die länger waren als wir: Sehr geduldig ließen sie sich von uns filmen, selbst wenn wir ihre Schlafpause mit zweimal 8000 Lumen Licht erhellten.

Regelmäßig werden wir von Anglern gefragt, ob wir ihnen die Stellen verraten könnten, an denen die Welse stehen. Das könnten wir, zumnidest theoretisch: Wir erkennen die Stellen nämlich nur unter Wasser. Über Wasser würden wir sie nie wiederfinden.

In einem der nächsten Artikel werde ich einmal über die Bedingungen berichten, unter denen man in der Lippe taucht. Jetzt nur so viel: Ich würde das eher nicht zum Spaß machen - viel zu kompliziert und mühsam!