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Partisanen am Biberfluss

Zugegeben, der Titel dieses Blog-Artikels klingt wie ein alter Hollywood-Schinken von David O. Selznick. Aber wenn Naturfilmer gut getarnt im Wald sitzen und dabei aussehen wie ein Haufen Laub, aus dem das lange Rohr des Teleobjektivs heraus ragt, ist die Assoziation gar nicht so weit her geholt.

Tierfilmer Jens Klingebiel hat die nicht ganz einfache Aufgabe übernommen, an streng geheimem Ort Familie Biber auf die Spur zu kommen. Von Mücken und Zecken zerstochen, schickte er von den Dreharbeiten diesen Kurzbericht:

"Gut getarnt, keine unnötige Bewegung und absolut geräuschlos sitze ich stundenlang an einer einsamen Stelle. Biber sind da...aber werden sie sich auch blicken lassen?

Ihre Spuren am Ufer sind unverkennbar.

Die Zeit spielt gegen mich. 18.00 Uhr - ein Eisvogel schießt an mir vorbei, 19.00 Uhr - gelangweilt hackt ein Buntspecht über mir an einem Ast herum, 20.00 Uhr  - das Licht wird schlechter, 21.00 Uhr  - der Eisvogel kommt mal wieder vorbei. Langsam wird es vom Licht her kritisch.

Plötzlich ein leises Plätschern! 21.15 Uhr, jetzt sind sie da. Erst taucht der Kopf an der Wasseroberfläche auf und dann kommt Mama-Biber langsam aus dem Wasser.

Direkt dahinter kommt ihr Baby.

Es ist ein kurzes Vergnügen, aber diese seltenen Aufnahmen beweisen, es gibt wieder Biber in der Lippe."