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Öko-Katastrophe am Boker Kanal

Vom Lippesee bis zum Zufluss der Glenne lag der Kanal trocken.

Sicherlich die größten Opfer der Baupanne: Hechte

Tote Tiere in jeder kleinen Senke, darunter auch seltene und streng geschützte Arten.

Mittlerweile fließt das Wasser wieder. 

Durch eine Panne bei Bauarbeiten sind im Boker Kanal zahllose Tiere - darunter vom Aussterben bedrohte Arten - elend verendet. Es war ein erschütternder Anblick: Der Kanal lag fast auf seiner Gesamtlänge von 32 Kilometern trocken, alles, was darin lebte, zappelte sterbend in austrocknenden Matschpfützen: Aale, kapitale Hechte, Groppen, Äschen, Bachneunaugen, ganz zu schweigen von Millionen von Bachflohkrebsen, Wasserskorpionen, Libellenlarven und vielen, vielen anderen. 

Besonders traurig: Der Boker Kanal - dessen faszinierende Geschichte an anderer Stelle einmal erzählt wird - war eines der letzten Gewässer, an denen die in Deutschland vom Aussterben bedrohte Bachmuschel lebte. Die Population wird es jetzt schwert haben, denn auch der Stichling, ohne den die Bachmuschel sich nicht vermehren kann, wurde durch die Baupanne ausradiert.

Mitglieder des Lippstädter Angelvereins - allen voran der unermüdliche Peter Ferlemann - versuchten zu retten, was möglich war: Aus dem angrenzenden Gewässer pumpten sie Wasser in den Boker Kanal und sammelten überlebende Tiere aus dem Sand. Aber natürlich ist es unmöglich, mit ein paar Leuten den ganzen Kanal zu retten.

Der Kreis Paderborn teilte mit, dass sofort nach Bekanntwerden der Panne Wasser zugeführt worden sei, aber trotzdem lagen weite Teile des Kanals mindestens 24 Stunden lang trocken. Zu lang für zenhtausende von Fischen.

Fachleute befürchten, dass es Jahre dauern wird, bis der Kanal sich von dem Öko-Unglück erholt hat. 

Das Schicksal EU-weit streng geschützten Bachmuscheln ist ungewiss: Vielleicht erholt sie sich im Boker Kanal nie mehr.