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Zugstau

Der unerwartete Wintereinbruch so kurz vor dem Frühlingsanfang hat auch die Zugvögel kalt erwischt. Auf dem schon wieder gefrorenen Boden finden Kiebitze, Goldregenpfeifer, Wacholderdrosseln und andere keinen Reiseproviant und müssen daher eine Zwangs-Rast einlegen.

Man könnte daher meinen, dass sich die stark geschrumpfte Population der Kiebitze von einem Jahr auf das nächste wieder erholt hat: Überall auf den Feldern zwischen Bad Lippspringe und Wesel sind Kiebitze zu sehen. Doch der Eindruck täuscht: Die meisten Kiebitze werden nicht dauerhaft in Deutschland bleiben, sondern am Ende des späten Wintereinbruchs so schnell es geht in ihre Brutgebiete in Skandinavien weiterfliegen.

Man muss sich einmal die Dimensionen vor Augen führen: Zwischen 1990 und 2013 hat der Bestand der Kiebitze um 80 Prozent abgenommen. Der Bestand sämtlicher Vögel ist von 1980 bis 2010 um 57 Prozent zurück gegangen, das entspricht 300 Millionen Brutpaaren.

Über die Ursachen muss man nicht lange rätseln: Flächenverbrauch und Insektensterben.

 (Quelle: http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-05/voegel-bestand-landwirtschaft-gifte-kiebitz-braunkehlchen-uferschnepfe-feldlerche)