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Genehmigungen

Kein Naturfilmer kommt ohne Ausnahmegenehmigungen aus: Man kann schlecht am Rand von Naturschutzgebieten stehen bleiben und von dort aus tolle Aufnahmen filmen. Denn Naturschutzgebiet, das heißt in Deutschland: Keine Menschen erlaubt - sie haben in Naturschutzgebieten nichts zu suchen.

OK, Landwirte dürfen mit ihren tonnenschweren Maschinen dort arbeiten und beispielsweise Mais anbauen oder Stacheldrahtzäune für Rinder aufstellen.

Und, naja, wenn zufällig wertvoller Kies unter dem Naturschutzgebiet liegt, dann gilt das Bergrecht, und das Naturschutzgebiet darf komplett abgetragen werden.

Aber ein Tierfilmer, der möglichst unauffällig und für die Tiere unsichtbar unbeweglich im Tarnzelt hocken möchte, der braucht im Naturschutzgebiet Sondergenehmigungen, die aber nur mit Einschränkungen zu bekommen sind. Denn für einen Vogel gibt es bekanntlich kein traumatischeres Erlebnis, als einem Tierfilmer zu begegnen.

Heute habe ich das Filmprojekt vor dem Naturschutzbeirat des Kreises Unna vorgestellt, und meine Betretungserlaubnis wurde einstimming erteilt. Vielen Dank dafür! 

Auch für die anderen bisher erteilten Genehmigungen herzlichen Dank!

Aber manchmal erlebt man in der Zusammenarbeit mit Behörden durchaus Erstaunliches: Vor Kurzem hatte ich mich bei einer Unteren Landschaftsbehörde persönlich vorgestellt, hatte mein Anliegen erläutert, das Filmprojekt und die notwendigen Sondererlaubnisse beschrieben und erlebte einen Behördenvertreter, der mir alle paar Minuten unterstellte, ich würde Gesetze brechen wollen, der oberlehrerhaft Selbstverständlichkeiten dozierte und allgemein den Eindruck erweckte, die benötigten Genehmigungen hingen einzig und allein von seinem Wohlwollen ab. Der Gipfel war dann seine Aussage, er sei überhaupt nicht zuständig. Mein Eindruck war: Der Mann verwechselt seinen Beruf mit dem eines Großwesirs.

Einer, der den Naturschutz in Deutschland gern völlig umkrempeln würde, ist der Evolutionsbiologe Joseph Reichholf. Wie alle, die schon mal provozieren, ist er durchaus umstritten, aber viele seiner Ideen sind natürlich interessant und basieren auf soliden Kenntnissen. Für ausführliche Informationen sei sein Buch "Die Zukunft der Arten" empfohlen, ein paar Ideen in Kurzform findet man H I E R.